Wildtier des Jahres 2011 – der Luchs
Er ziert die Waldführerjacken und den Briefkopf unseres Vereins Pro-Nationalpark, er ist sozusagen unser "Markenzeichen" und nun wurde er von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres 2011 gewählt.

Der leise Jäger war vor hundert Jahren in Deutschland fast ausgerottet und etabliert sich zunehmend wieder im Land. Er ist bei uns im Nationalpark Bayerischer Wald und darüber hinaus seit seiner Wiederansiedlung in den 1980iger Jahren wieder heimisch geworden. Hier bietet sich ihm im größten zusammenhängenden, grenzüberschreitenden Nationalparkgebiet Mitteleuropas ein beinahe idealer Lebensraum.
Die Wiederansiedlung dieses leisen Jägers birgt jedoch auch Konfliktpotentiale in sich.
Vorurteile und Unwissenheit machen den Luchs manchmal leider auch zum „Jagdkonkurrenten“ für Jäger und eine „Gefahr“ für Wild- und Nutztier.
Man war zwar anfangs durchaus skeptisch ob es für den Luchs noch genügend Lebensraum in Mitteleuropa gibt, doch die Tiere zeigten uns im Verlauf der letzten 30 Jahre, dass es sich in der Grenzregion Bayern-Böhmen gut leben lässt. Diese waldreiche Mittelgebirgslandschaft ist ein geeignetes Habitat für den Rückkehrer Luchs.

Foto:Auerbeck
Steckbrief:
- Schulterhöhe: 50 – 70 cm
- Gewicht: 15(w) - 25 (m) kg
- Verhalten: Einzelgänger, Ansitz- und Pirschjäger
- Merkmale: Pinselohren, Stummelschwanz
- Fortpflanzung: Paarungszeit Ende Februar - Anfang April, Tragezeit 10 Wochen, 2- 3 Junge, Sterblichkeitsrate während des Heranwachsens bis zu 80%
- Lebensraum: deckungsreiche Landschaft, geschlossene Waldgebiete, die Reviergrößen reichen von 200 qkm bei den weibl. Tieren bis zu 400 qkm bei den männlichen Tieren (Kudern)
- Nahrung: Rehe, junges Rotwild, Hasen, Füchse, Kleinsäuger, Vögel




