Wandern im Böhmerwald

Wandern im Böhmerwald


Wandern im Böhmerwald mit Heinrich Vierlinger ist seit Jahren ein beliebtes Angebot im Veranstaltungskalender des Vereins Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau e.V. Das abwechslungsreiche dreitägige Programm führte die Teilnehmer am Tag 1 zum größten Moorsee des Landes mit der Bezeichnung Chalupská Slat‘ (Königsfilz) bei Borová Lada (Ferchenhaid),anschließend weiter auf einem gut auch in deutscher Sprache beschilderten 4 km langen Waldlehrpfad rund um die Ortschaft,weiter zu einer sehenswerten Eulenvoliere des Nationalparks Šumava in Borová Lada, und fand dann seinen Abschluss bei einem Abstecher zur Hauswaldkapelle bei Srni (Rehberg). Am Tag 2 ging es auf den Spuren des Böhmerwalddichters Karl Klostermann zu den „verschwundenen" Ortschaften in der ehemaligen Großgemeinde  Stodulky (Stadeln). Diese Ortschaft war bis zum Jahr 1848 auch eines von 8 königlichen Freigerichten im Böhmerwald im Gebiet der künischen Freibauern. Flächenmäßig war es die zweitgrößte Gemeinde des Landes nach der Hauptstadt Prag. Ein Abstecher zum Guntherfelsen (Březnik),dort wo der thüringische Landgraf Gunther,der im Alter von 50 Jahren seinem bisherigen Leben entsagte, und mit dem Mönchsleben in Niederalteich tauschte, im hohen Alter als Einsiedler lebte, und auch dort verstarb. Sein diplomatisches und sprachkundiges Geschick machten ihn zu seiner Zeit zu einem begehrten Vermittler zwischen deutschen und slawischen Fürsten. Ein weiterer Höhepunkt dieser 15 km langen Wandertour waren die nahe des Weges sich befindlichen Sněžne jamy zu deutsch Schneegruben. Eigentlich sind dies in Wirklichkeit riesige, vermutlich mittelalterliche Goldtagebaugruben. Der Tag 3 führte die Wanderer zu einigen der einst bedeutendsten Glashütten des Böhmerwaldes im heutigen Gemeindegebiet Prašily(Stubenbach). Dort in Stará Hurka (Hurkental) und Umgebung betrieb die Glasmacherfamilie Abele  sehr erfolgreich mehrere Glashütten. Leider wurden auch hier in den 1950er Jahren  Kirche samt Friedhof und Gruft geschändet und die Ortschaft vom Militär dem Erdboden gleichgemacht. Heute ist dieser Ort eine Gedenkstätte, an der Deutsche und Tschechen dieser grausamen Geschehnisse erinnern. Hier gedachte die Wandergruppe in einer Andacht dieser traurigen Geschehnisse, sehr einfühlsam zelebriert von Gerd Brandstetter, dem Gründer des Kinderdorfes Guarabira in Brasilien. Der weitere Weg führte dann durch das ehemalige Gebiet des 1952 eingerichteten Schieß-und Übungsplatzes der tschechoslowakischen Armee zurück zum Ausgangspunkt. Drei  Wandertage gingen zu Ende und wurden trotz Coronaregeln, zu einem unvergesslichen Erlebnis.    
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Andacht in Hurkental,Foto:Vierlinger

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Die Wandergruppe vor der Ruine der Kirche in Hurkental,Foto:Vierlinger


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