Schwammerlzeit

 

von Heinrich Vierlinger 
 

In diesen Wochen geht die Schwammerlzeit (Pilzzeit) ihrem Höhepunkt entgegen.

Spätsommer = Schwammerlzeit

 

und diese lockt täglich viele Sucher in die Wälder. Zugegeben, ein Gericht aus frischen Steinpilzen ist schon etwas besonderes, einfach ein “Gedicht“.

 

„Die wahren Bodenschätze im Bayerischen Wald“

 

sollen es sein, so zumindest überschrieb die Passauer Neue Presse eine ganze Seite  in ihrer Ausgabe vom 19.08.09.

 

Ich möchte ergänzen: nicht nur des Bayerischen Waldes sondern es sind die wahren Bodenschätze aller Vegetationszonen weltweit.

 

No fungi, no futur,

 

vor allem was die Existenz der Bäume betrifft, war eine der zentralen Aussagen von  Jörg Müller aus der Forschungsabteilung der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald bei der Waldführerfortbildung am 11.02.09 im Haus zur Wildnis. Und das etwas provokative Statement des herausragenden Experten und Mykologen Heinrich Holzer bei einem seiner Vorträge im Rahmen der wissenschaftlichen Reihe lautete kurz und prägnant:

 

“nicht Präsidenten, sondern Pilze regieren die Welt“

 

sie sind die wahren Herrscher der Erde, ihre Zahl wird auf ca. 1,5 Mio. Arten auf unserem Planeten geschätzt. Holzer vermutet, dass im Nationalpark-Gebiet ca. 2.000 verschiedene Pilzarten leben. 1.300 waren bis zu Beginn seiner Arbeit im Nationalpark Bayerischer Wald bekannt, 400 neue Arten hat er in den letzten drei Jahren nachgewiesen und er stellte als wichtigste Botschaft heraus:

 

„Der Wald braucht Pilze; ca. 80 % aller Landpflanzen, darunter alle Bäume, sind von Pilzen abhängig.“

 

Anschaulich erklärte er auch warum:

 

„Weil Pilze kein Blattgrün (Chlorophyll) besitzen, das für den Wachstumsprozess (Fotosynthese) unabdingbar ist, umspinnen sie die Feinwurzeln von Pflanzen mit ihrem Pilzgeflecht (Myzel). Dadurch erhalten die Feinwurzeln eine größere Oberfläche und können mehr Wasser mit den darin gelösten Mineralstoffen für ihr eigenes Wachsen aufnehmen. Als Gegenleistung entzieht der Pilz den Wurzeln jene Nährstoffe, wie z. B. Kohlehydrate, die er selbst zum Wachsen braucht. Man nennt diese Lebensgemeinschaft „Mykorrhiza“ oder „Symbiose“, obwohl der Pilz eigentlich „klaut“.

 

Wenn man den schlechten Zustand unserer Wälder vor dem Hintergrund  dieser Zusammenhänge betrachtet, bestehen eigentlich keinerlei Zweifel, dass die großräumige Verfrachtung von Luftschadstoffen aus der Industrie zumindest noch vor Jahrzehnten und vor allem die riesigen ungebremsten CO 2 Emissionen bis zum heutigen Tag ,zwar nicht alleine, aber auch zu diesen bekannten Schäden führten.

 

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